15. September 2025
Games Lift: Gute Ideen für ein Jahr
Ein Tag voller Vorfreude: Zum Kickoff zeigt sich der Games Lift Inkubator als Programm, das sich bei aller Routine immer weiter verbessert. Besonders bunt und rund wirken die Projekte des Jahrgangs.

Über 5 Jahre nach seinem Start ist der Games Lift Inkubator nicht mehr neu. Auch der SPACE, in dem Aufschlag und erstes Treffen des 25er-Jahrgangs stattfanden, hat sich längst als passgenaue Location etabliert. All das trug zu einer gewissen Gelassenheit bei. Schon oft haben hier Menschen technische Hürden beim Halten einer Präsentation überwunden.
Immer gelingt es. Grinsend saßen Teams und Gamecity-Personal auf gelben Stühlen und erzählten einander, welche großen Schritte in den kommenden Monaten anstehen. Die fünf Mentor*innen erschienen vor Ort und stellten sich der Runde vor, bevor es in die ersten Einzelgespräche ging. Das eigentliche Highlight aber sind die Teams und ihre Projekte.
Tote Jockeys spielen Volleyball
Zuerst standen Vincent Will und Sharon Sacks vor dem großen Bildschirm. Ihr Projekt „The Wrong Horse“ ist noch in der Konzeptphase, sieht aber in jedem Mockup schon aus, als wäre es fertig. Das ist kein Wunder — beide haben Illustration studiert. Nun entwickeln sie ein Krimi-Adventure, bei dem der Tod eines Jockeys die ganze Pferderennbahn in Atem hält. Als Journalist müssen die Spielenden Informationen zuordnen und sich durch ein buntes Charakterensemble kombinieren, um den Fall zu lösen.
Wie ein Volleyball schlägt auch „Phasmopass“ im Gesicht ein: Das Trio von Curio Compass entwickelt eine ungewöhnliche Idee, die ab der ersten Begegnung einleuchtet. In der Nachwelt liegt die Stadt Limbo, und wer ihr entkommen will, der muss sich in einer Volleyball-Realityshow behaupten. Dystopisch, aber auch faszinierend und schick sieht das Fegefeuer aus. Das Roguelike-Strategiespiel lebt von seinem dramatischen Style und zeigt die rundenbasierten Matches aus dynamischen Kameraperspektiven.
Old-School-Plattformer und alte Karten
Solo aber branchenerfahren und gut vernetzt tritt Leif Gutowski an. Auch er hat eine Spielidee, die neugierig macht. In „Encaged and Ungraded“ liegen Karten auf dem virtuellen Schreibtisch und müssen untersucht werden. Sind sie echt? Gefälscht? Schlimmeres? Das Spiel greift den Anomalie-Horror-Trend auf und inszeniert einen ebenso wichtigen, wie gefährlichen Job – kommen verfluchte Karten in Umlauf, steht mehr auf dem Spiel als nur der Job des Card Graders. Und wie nebenbei präsentiert die Karten-Inspektions-Job-Sim Illustrationen verschiedener Künstler*innen.
Längst raus aus der Konzeptphase ist „Fading Skies“ vom branchenerfahrenen Duo Distant Blue. Sie entwickeln das ambitionierte Action-Adventure mit nostalgischen PS2-Vibes schon seit mehreren Jahren und haben 2024 eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne durchgeführt. Sie zeigen ein animiertes Spektakel, in dem Old-School-Platforming und moderne Action gedeihen. Die Fantasygeschichte um die junge Ryn und ihren magischen Drachen soll mit Games-Lift-Hilfe auf die Zielgerade einbiegen.
Leckerer Abschluss
Noch keinen festen Titel, aber eine besonders griffige Genrebezeichnung bringt „Project: Slimepot“ von Calluna Games mit — es ist ein Hack’n’Snack-Spiel. Kreaturen werden in einem Dungeon besiegt, dann gekocht und den Gästen der eigenen Taverne serviert. Der Loop Slay – Cook – Serve soll aufregend, dann kreativ, dann eher entspannt ausfallen. Auch dieses Projekt ist noch in einem eher frühen Stadium, doch das Viererteam dahinter hat bereits vorher zusammengearbeitet und legt ein beachtliches Tempo vor.
Nach Präsentationen und Gesprächen gab es eine doppelte Belohnung. Erstens wurde Verpflegung aufgetischt (ohne gekochte Kreaturen), zweitens tauchten zahlreiche Games-Lift-Alumni auf, um sich unter die Menge zu mischen. Viele kannten einander schon, ob von Studium, oder früheren Projekten. Das ist der Witz an der Gamecity Hamburg: Hier werden keine Abschlussklassen geformt, sondern ein wachsendes Netzwerk.





























































